/Partnerschaft für mehr Aufklärung

„Sepsis und chronische Wunden – das sind zwei Seiten derselben Medaille.“

Mariah McKimbrough (Team Stop Sepsis e.V.)

Wer chronische Wunden hat bzw. sich damit beschäftigt, muss von Sepsis gehört haben.

Nach dem bewegenden Vortrag von Doc Caro beim wundkosmos 2024 zum Thema Sepsis war uns schnell klar: Dieses lebenswichtige Thema muss auch bei den zukünftigen wundkosmos Kongressen eine zentrale Rolle spielen – besonders im Kontext moderner Wundversorgung, bei der die frühzeitige Erkennung von Infektionen entscheidend sein kann.

 

Deshalb freuen wir uns sehr, in diesem Jahr die offizielle Partnerschaft mit Team Stop Sepsis anzukündigen. Team Stop Sepsis verfolgt das Ziel, das öffentliche und medizinische Bewusstsein für Sepsis zu stärken, die frühzeitige Diagnose zu fördern und vermeidbare Todesfälle nachhaltig zu reduzieren. Ihr Augenmerk liegt auf Aufklärung für bessere Prävention und Versorgung


/ Was ist eine Sepsis überhaupt?

Eine Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer jeden denkbaren Infektion. Sie entsteht damit nicht nur aus chronischen Wunden, die sich infiziert haben, sondern kann auch durch eine Lungenentzündung, Blasenentzündung, durch einliegende Katheter im Körper, Infektionen im Bauchraum wie z. B. bei einer Blinddarmentzündung („Appendizitis“) oder durch eine Grippe (Influenza) entstehen.

/ Was passiert bei einer Sepsis?

Bei einer Sepsis kommt es zu einer überschießenden Reaktion unserer körpereigenen Abwehr, dem Immunsystem. Dabei entstehen Schäden an Organen, die primär erst einmal gar nichts mit dem eigentlichen Ort der Infektion zu tun haben. So kann es beispielsweise bei einer Sepsis, die durch eine bakterielle Lungenentzündung ausgelöst wurde, zu einem Kreislauf- oder Nierenversagen kommen. Auch die Leber kann in ihrer Funktion eingeschränkt werden, genau wie die Blutgerinnung oder unser Gehirn. Eine Sepsis muss in den meisten Fällen auf einer Intensivstation behandelt werden. Hier werden die zeitweise vorkommenden Organfehlfunktionen so gut es geht ersetzt, bis die Infektion kontrolliert ist. Um sich diese sehr komplexen Zusammenhänge zu verdeutlichen, haben unsere Freunde vom Team Stop Sepsis e.V. mit folgendem Bild gearbeitet, das wir ziemlich gut finden:

 

„Die Feuerwehr wird zu einem Brand im Dachstuhl eines Hauses gerufen. Der Dachstuhl ist komplett aus Holz und brennt lichterloh – ein beeindruckendes Bild. Daher alarmiert die Berufsfeuerwehr weitere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr umliegender Dörfer. Alle löschen den Brand im Dachgeschoss mit ganz viel Löschwasser. Dabei verwenden sie so viel Löschwasser, dass nicht nur der Brand im Dachstuhl bekämpft wird, sondern das gesamte Haus bis in den Keller durchnässt und danach für lange Zeit unbewohnbar wird. Das ist Sepsis!“

/Betrifft mich das überhaupt?

Da eine Sepsis theoretisch aus jeder Infektion heraus entstehen kann, kann prinzipiell auch jeder davon betroffen sein. Aber Entwarnung: Die meisten Infektionen verlaufen ohne, dass eine Sepsis entsteht. Es gibt jedoch Risikogruppen, die besonders häufig betroffen sein können. Hierzu zählen Menschen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem, Personen über 60 Jahre sowie Schwangere und Frauen nach der Geburt. Besonders gefährdet sind außerdem Menschen ohne Milz, nach kürzlicher Operation, mit künstlichen Implantaten oder früherer Sepsis sowie Früh- und Neugeborene, Kleinkinder, mangelernährte Personen und Menschen mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit.

/ Wie viele Menschen sind eigentlich in Deutschland betroffen?

Die genauen Sepsiszahlen in Deutschland sind Gegenstand hitziger Diskussionen. Mutmaßlich werden nicht alle Sepsisfälle adäquat registriert. Die Sepsis Stiftung geht jedoch davon aus, dass pro Jahr wahrscheinlich mehr als 500.000 Patient:innen in Deutschland an einer Sepsis erkranken. Bis zu 140.000 Menschen sterben jährlich an einer Sepsis. Wird eine Sepsis überlebt, leiden übrigens etwa 75 % der Betroffenen an Langzeitfolgen. Hierzu gehören anhaltende körperliche, kognitive und psychische Beeinträchtigungen. Das Leben nach einer Sepsis ist häufig nicht mehr wie zuvor. Man spricht vom Post-Sepsis-Syndrom (PSS).

/ Was kann ich tun? Wie kann ich mich schützen?

Zunächst einmal ist es wichtig, mögliche Symptome einer Sepsis zu kennen. Sollte bei euch oder Menschen in eurem Umfeld eine Infektion vorliegen – mit oder ohne Fieber und Schüttelfrost – und eines oder mehrere der folgenden Symptome auftreten, könnte eine Sepsis vorliegen:

Ein nie dagewesenes Krankheitsgefühl oder stärkste Schmerzen – „Ich fühle mich so krank wie noch nie zuvor!“

  • Herzrasen
  • Niedriger Blutdruck
  • Kalte, feuchte, fleckige Haut
  • Atemnot, Kurzatmigkeit
  • Verwirrtheit, Wesensveränderung

Zögert nicht, die 112 zu wählen, denn Sepsis ist ein Notfall – genau wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aber ihr seht: Es ist gar nicht so einfach, eine Sepsis zu erkennen, da es leider nicht das eine klassische Symptom gibt. Wenn ihr zumindest daran denkt und euch fragt: „Könnte es eine Sepsis sein?“, wäre schon viel gewonnen – so glauben wir gemeinsam mit dem Team Stop Sepsis e.V. Ansonsten ist es wichtig, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Viel Bewegung an der frischen Luft, eine gesunde Ernährung, der Verzicht auf Nikotin und Alkohol sowie eine gute, regelmäßige Kontrolle und Therapie bestehender chronischer Erkrankungen sind hervorzuheben. Insgesamt sollten Infektionen durch konsequente Basishygienemaßnahmen vermieden werden, wie regelmäßiges Händewaschen, Händedesinfektion bei der Wundversorgung sowie eine sorgfältige Wundhygiene. Auch Impfungen dienen dem Schutz vor Infektionen. Fragt einfach eure Hausärztin oder euren Hausarzt, welche Impfungen für eure individuelle Lebenssituation empfohlen sind.

/ Und nun?

Werdet Teil unserer Bewegung. Werdet Sepsis-Held:innen. Werdet Botschafter:innen im Kampf gegen Sepsis und Expert:innen, wenn euch die Frage gestellt wird: Könnte es Sepsis sein?!


/ Podcast:

/ Aftershock - still aLIVE

Aftershock – still aLIVE ist weit mehr als ein Podcast – er ist eine Plattform für Aufklärung, Erfahrung und Veränderung. Die beiden Sepsis-Überlebenden Heike Spreter-Krick und Mariah McKimbrough sprechen mit Betroffenen, Angehörigen, Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Expertinnen und Experten über eines der am meisten unterschätzten medizinischen Notfallbilder: die Sepsis.

In persönlichen Gesprächen, bewegenden Lebensgeschichten und kritischen Diskussionen beleuchten sie die Warnzeichen einer Sepsis, den oft schwierigen Weg zur Diagnose, mögliche Versäumnisse im Gesundheitssystem sowie die körperlichen und seelischen Folgen, mit denen Betroffene häufig noch lange nach dem Überleben leben. Dabei geht es nicht nur um medizinisches Wissen, sondern auch um Mut, Hoffnung und die Frage, wie sich die Versorgung und das Bewusstsein für Sepsis nachhaltig verbessern lassen.

Mit einer Mischung aus Authentizität, Tiefgang und einer Prise schwarzem Humor schaffen Heike und Mariah einen Podcast, der informiert, bewegt und den Menschen hinter der Diagnose eine Stimme gibt. Ein hörenswertes Format für Betroffene, Angehörige, medizinische Fachkräfte – und für alle, die dazu beitragen möchten, dass Sepsis früher erkannt und Leben gerettet werden.


/ Sepsis ist vermeidbarer Killer Nr1.

/ Gemeinsam Sepsis stoppen!

Weltweit versterben an Sepsis jährlich 21 Millionen Menschen. Über 210.000 Todesfälle allein in Deutschland, davon wären an die 100.000 vermeidbar. Zusätzlich leiden 75 % der Überlebenden unter Langzeitfolgen.

Sepsis kann jede:n treffen.


/ SEPSISHELDEN Club

/ Das digitale Nachsorgeprogramm für das Leben nach Sepsis

Foto: © Susanne Kellermann
Foto: © Susanne Kellermann

Nach der Klinik bleiben oft Erschöpfung, Fragen und viele Herausforderungen zurück. Im SEPSISHELDEN Club finden Betroffene, Angehörige und Interessierte Austausch, Wissen und konkrete Impulse für das Leben danach. Mit Community, Post-Sepsis-Guide, Intensiv³Talk mit Intensivmediziner Tobias sowie Kursen zu sechs Lebensbereichen – jederzeit online und ortsunabhängig erreichbar.

SEPSISHELDEN

Kämpfen. Verbinden. Inspirieren. 

https://sepsishelden.com/sepsishelden-club/


BUCHTIPP:

/ Überlebenskampf Sepsis

/ Hinter jeder Wunde steckt ein Mensch. Hinter jeder Sepsis eine Geschichte.

Foto: © Heike Spreter-Krick
Foto: © Heike Spreter-Krick

Überlebenskampf Sepsis zeigt aus Sicht einer Betroffenen, ihrer Angehörigen und des medizinischen Personals, welche Herausforderungen, Wunden und Spätfolgen nach einer Sepsis zurückbleiben können. Für Fachkräfte in der Wundversorgung bietet das Buch wertvolle Einblicke in die Lebensrealität hinter der Diagnose – und eröffnet eine Perspektive, die im klinischen Alltag oft verborgen bleibt.

 

https://shop.tredition.com/booktitle/%3fberlebenskampf_Sepsis/W-773-149-842

 

oder

 

https://sepsishelden.com/ueberlebenskampf-sepsis/


/Mariah Mc Kimbrough

/ Kurzprofil

Mariah Mc Kimbrough ist eine mehrfach überlebende Sepsis-Betroffene, Bestsellerautorin und ehrenamtlich geschäftsführender Vorstand der Deutschen Sepsis-Stiftung.

Nach über 30 Jahren auf der Bühne und über 60 Operationen, 2 Transplantation, mehreren septischen Episoden, septischen Schock und Koma - bringt sie heute Sepsis dorthin, wo sie hingehört: in die öffentliche Wahrnehmung. Mit dem Podcast „Aftershock – Still A Live“ und ihrer Arbeit im Rahmen der Global Agenda for Sepsis 2030 verbindet sie persönliche Erfahrung mit fachlicher und politischer Strategie – und stärkt gezielt die Zusammenarbeit mit Fachgesellschaften, um infektiöse Erkrankungen und Wundinfektionen als Teil der Sepsisprävention sichtbar zu machen.

 WUNDMITTE GMBH - GEWERBESTR. 36 - 70565 STUTTGART [email protected]