Sepsis ist ein akuter Notfall, bei dem jede Minute zählt – doch sie wird häufig zu spät erkannt. Aus der Perspektive von Notärztin Doc Caro gibt der Vortrag Einblicke in reale Einsatzsituationen: Wie zeigt sich Sepsis präklinisch? Welche Entscheidungen müssen unter Zeitdruck getroffen werden?
Im Fokus stehen zudem die wachsenden Herausforderungen durch Antibiotikaresistenzen und deren Einfluss auf Therapie und Versorgung. Ein kompakter, praxisnaher Vortrag über Früherkennung, schnelle Intervention und die Realität im Notfallalltag.
Im Anschluss vertieft Doc Caro in einem Panel Talk mit Dr. Tobias Plein und Moderator Jens Zimmermann die Perspektive der Nachversorgung und beleuchtet, wie Sepsis-Patient:innen nach der Akutphase optimal weiterbehandelt werden können – mit besonderem Fokus auf die Anschlussversorgung sowie die generelle Aufklärung über die Erkrankung und ihre Folgen.
Dr. med. Tobias Plein ist Facharzt für Innere Medizin und Oberarzt der Konservativen Intensivmedizin der Medizinischen Klinik I am Helios Klinikum in Krefeld. Mit
Zusatzweiterbildung in internistischer Intensivmedizin liegt sein Fokus auf der Behandlung kritisch kranker Patient:innen, insbesondere Sepsis.
Er engagiert sich für bessere Aufklärung, Früherkennung und Nachsorge von Sepsis, u. a. als Initiator des Projekts „SepsisCare Zentrum“ und Gründungsmitglied von „Team
Stop Sepsis“.
Sein Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Versorgung und Lebensqualität von Betroffenen.
In ihrem Vortrag spricht die Dozentin Julia Förster offen über körperliche und psychische Gewalt im Pflegealltag – basierend auf eigenen Erfahrungen und realen Einblicken aus der
Praxis.
Ihr ist es ein wichtiges Anliegen, diesem oft tabuisierten Thema eine Stimme zu geben und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie präsent es tatsächlich ist.
Neben persönlichen Einblicken zeigt sie auch Wege auf, wie Pflegekräfte damit umgehen können, wo Grenzen gesetzt werden müssen und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Besonders jungen
Menschen in der Pflege möchte sie Mut machen, hinzuschauen, darüber zu sprechen und sich selbst zu schützen.
unser Moderator, Jens Zimmermann ist beim wundkosmos längst kein Unbekannter mehr: 2026 führt er bereits zum dritten Mal durch das Programm. Mit seiner gewohnt
souveränen Art, viel Gespür für den richtigen Moment und einer guten Portion Schlagfertigkeit versteht er es, Fachlichkeit und Unterhaltung gekonnt zu verbinden.
Charmant, witzig und stets auf den Punkt sorgt er dafür, dass sich Publikum und Speaker gleichermaßen bestens aufgehoben fühlen.
Wie kann die Pflege durch mehr Handlungsspielräume und weniger Bürokratie nachhaltig gestärkt werden? Im Rahmen unserer Podiumsdiskussion zum Thema BEEP – Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, dem BVMed sowie der Charité über konkrete Lösungsansätze und notwendige Reformen. Im Fokus stehen die Erweiterung pflegerischer Kompetenzen, die Entlastung im Arbeitsalltag sowie die Auswirkungen auf Versorgungsqualität und Attraktivität des Berufs. Die Diskussion wird moderiert von Jens Zimmermann.
Die einzige notwendige und zugleich zureichende Bedingung für das DFS ist die Neuropathie. Kommt eine Durchblutungsstörung hinzu (Gott sei Dank eher selten) beschleunigt sich der Prozess. Leider wird die Neuropathie in den meisten Fachgruppen übersehen ("Neuropathie-Neglect"). Wird doch gelegentlich neurologisch untersucht, fehlt grundsätzlich die Beachtung der dissoziierten Empfindungstörung ("painful-painless leg" [Andrew Boulton]. Im Vortrag werden die Grundlagen für die korrekte Diagnostik i.S. der evidenzbasierten Leitlinie dargestellt Und dann bleibt da noch die Frage: WARUM benehmen sich die Patienten:Innen so besonders und WARUM lösen sie spezifische Gegenübertragungen bei den Therapeuten:Innen aus. Eine mögliche Antwort ist im Bereich der Anthropologie zu finden.
Die moderne Wundversorgung erfordert eine enge Verzahnung von stationären und ambulanten Strukturen. Steigende Patientenzahlen mit chronischen Wunden und verkürzte Klinikaufenthalte machen eine sektorenübergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit unverzichtbar. Der Vortrag beleuchtet typische Schnittstellenprobleme, praxisnahe Lösungsansätze sowie die Bedeutung individueller Wundbeurteilung und patientenzentrierter Therapie.
Dozent: Bernd von Hallern, Diplom-Krankenpfleger und Wundexperte mit über 40 Jahren klinischer Erfahrung, ehemaliger Leiter der Zentralen Notaufnahme und des Wundmanagements am Elbe Klinikum Stade, heute konsiliarisch tätig sowie international gefragter Referent und Herausgeber des „Kompendium Wundbehandlung“.
Wunden sind selten „nur“ Hautsache – und Patient:innen erst recht keine stillen Statist:innen im Heilungsprozess.
In diesem augenzwinkernden Vortrag von Klaus Bandl, DGKP, zertifizierter Wundmanager (ZWM) und CEO seiner Wund- und Schmerzpraxis unweit der Wiener Neustadt, zum Thema:
„Der Wunde Kunde“ dreht sich alles um die kleinen und großen Dramen des Wundmanagements: von störrischen chronischen Wunden über kreative Verbandlösungen bis hin zu Patient:innen, die Google
manchmal mehr vertrauen als der Pflege. Neben einem verständlichen Überblick über die Phasen der Wundheilung und moderne Therapiekonzepte wird gezeigt, warum nicht jeder Verband hält, was er
verspricht – und warum gute Kommunikation manchmal wirksamer ist als die teuerste Wundauflage. Denn: Zwischen Exsudat, Infektionsprophylaxe und Dokumentation geht eines oft vergessen – der
Mensch, der an der Wunde „dranhängt“. Mit einer Mischung aus Fachwissen, Praxisbeispielen und einem Schuss Humor beleuchtet der Vortrag die Herausforderungen im Alltag: Wie motiviere ich
„verbandsmüde“ Patient:innen? Was tun, wenn die Wunde nicht heilt – aber die Geduld längst aufgebraucht ist? Und wie bleibt man selbst dabei gelassen? Ziel ist es, nicht nur die Wunde, sondern
auch den „Kunden“ besser zu verstehen – und vielleicht mit einem Lächeln im Gesicht in den nächsten Verbandswechsel zu gehen.
Eiweiss, Kohlenhydrate, Fett, Zucker, Mikronährstoffe, Flüssigkeiten: Dieser Vortrag betrachtet das Thema Essen einmal anders – aus Sicht der Evolution. Dr. Martin Morgenstern nimmt die Teilnehmenden mit auf eine spannende Reise zu den natürlichen Ursprüngen menschlicher Ernährung und zeigt, worauf es beim Essen und Trinken wirklich ankommt. Als Evolutionspsychologe und Verhaltensforscher beschäftigt sich Martin Morgenstern mit der Frage, wie der moderne Mensch wieder mehr im Einklang mit seiner Natur leben kann. In seinen Vorträgen taucht deshalb immer wieder der Gorilla auf – als Symbol für unsere evolutionären Wurzeln. Denn genetisch trennen den Menschen von Gorilla und Schimpanse nur wenige Prozent. Viele unserer Bedürfnisse und Verhaltensweisen sind bis heute biologisch geprägt – auch beim Thema Ernährung. Mit viel Humor, spannenden Erkenntnissen und alltagstauglichen Tipps zeigt Dr. Morgenstern, wie bereits kleine Veränderungen hin zu einer „artgerechten Ernährung“ große Wirkung entfalten können. Und die tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch dem Wohlbefinden.
Chronische Wunden sind häufig mehr als ein lokales Problem – Störungen des Lymphgefäßsystems spielen hierbei oft eine zentrale und unterschätzte Rolle. In diesem praxisorientierten Workshop beleuchten wir den Zusammenhang zwischen Lymphsystem, Ödemen und verzögerter Wundheilung und zeigen, wie gezielte lymphtherapeutische Maßnahmen den Heilungsverlauf nachhaltig unterstützen können.
Nach einer fundierten fachlichen Einordnung liegt der Schwerpunkt klar auf dem praktischen Arbeiten: Sie lernen relevante Techniken und deren Anwendung im Kontext chronischer Wunden kennen und entwickeln ein geschärftes Verständnis für Gewebe, Stauungszustände und therapeutische Möglichkeiten.
Der Workshop wird begleitet von zwei ausgewiesenen Expert:innen:
Monika Zähringer, Lymphtherapeutin mit über 30 Jahren klinischer Erfahrung, ergänzt dies durch ihre umfassende Expertise in der Lymphologie und
Ödembehandlung. Sie zeigt praxisnah, wie auch komplexe und ausgeprägte Fälle erfolgreich behandelt und Patient:innen nachhaltig in ihrem Alltag unterstützt werden können.
Dr. med. univ. André Glod, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, spezieller Schmerztherapeut, ärztlicher Fachlehrer für Lymphologie und Wundexperte (ICW), bringt die
medizinisch-chirurgische Perspektive ein und vermittelt fundiertes Wissen zur Wundentstehung, -beurteilung und -therapie.
Der Pflegeexperte Wundmanagement am Universitätsklinikum Düsseldorf, Norbert Kolbig, gibt in diesem Vortrag einen praxisnahen Überblick über moderne Wundauflagen und deren Einsatz in der Behandlung von Dekubitus. Im Fokus stehen aktuelle evidenzbasierte Erkenntnisse zur Auswahl geeigneter Materialien, deren indikationsgerechter Einsatz sowie die Vor- und Nachteile verschiedener Produktgruppen. Anhand von Fallbeispielen werden zudem fundierte Entscheidungsstrategien für die Lokaltherapie vermittelt.
Wie gelingt eine bedarfsgerechte Wundversorgung bei Menschen, die oft keinen Zugang zum regulären Gesundheitssystem haben?
Oliver Gunia – Pflegeexperte und Autor des Buches „Versorgen, wo andere wegsehen“ – gibt praxisnahe Einblicke in die Versorgung wohnungsloser und sozial benachteiligter Menschen. Basierend auf seiner Arbeit in der Wundambulanz Sankt Bonifaz zeigt er, wie niedrigschwellige, leitliniengerechte und sozial eingebettete Versorgung nachhaltig wirken kann.
Im Fokus stehen typische Krankheitsbilder, besondere Herausforderungen im Versorgungsalltag sowie erprobte Lösungsansätze für eine wirksame und gerechtere Versorgung.
Der Vortrag richtet sich an Pflegefachpersonen, Wundexpert:innen und alle, die neue Perspektiven auf Wundversorgung gewinnen möchten.
Was passiert, wenn eine erfahrene Pflegefachperson nach über 20 Jahren in einem strukturierten Wundzentrum neue Wege geht?
In ihrem Vortrag gibt Sabine Engstle einen persönlichen und praxisnahen Einblick in ihren Wechsel in den ambulanten Pflegedienst. Sie beleuchtet, welche Herausforderungen, Unterschiede und neuen Perspektiven sich in der Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden ergeben, wenn gewohnte Strukturen wegfallen und der Versorgungsalltag neu gedacht werden muss.
Anhand konkreter Erfahrungsberichte zeigt sie auf:
Die Versorgung von Patient:innen in der außerklinischen Intensivpflege bringt im Wundmanagement besondere Herausforderungen mit sich. Multimorbidität, komplexe Versorgungssituationen und individuelle Einflussfaktoren erfordern fundierte Entscheidungen und ein tiefes Verständnis für Zusammenhänge.
In diesem Vortrag stellt Sebastian Kruschwitz anhand ausgewählter Fallbeispiele typische und anspruchsvolle Versorgungssituationen aus der Praxis vor.
Er beleuchtet Entscheidungsprozesse, zeigt mögliche Therapieansätze auf und macht deutlich, welche Faktoren den Heilungsverlauf maßgeblich beeinflussen können.
Als Wundexperte und Pflegetherapeut Wunde (ICW) sowie Fachbereichsleitung Wundmanagement im Zentrum für Beatmung und Intensivpflege GmbH gibt er authentische Einblicke in seinen Arbeitsalltag und teilt wertvolle Erfahrungen aus der außerklinischen Intensivversorgung.
Wenn Menschen mit einer chronischen Wunde empfohlene Maßnahmen ablehnen, fällt schnell der Begriff „Beratungsresistenz“.
Doch handelt es sich wirklich um Widerstand – oder um ein wichtiges Signal?
Dieser Vortrag von Sibylle Hubert, pädagogische und fachliche Leitung der Wundmitte GmbH beleuchtet das Spannungsfeld zwischen fachlicher Expertise der Behandelnden und dem Recht des Patienten auf gesundheitsbezogene Selbstbestimmung. Denn alle an der Versorgung Beteiligten haben die Aufgabe, fundiert zu beraten – nicht, Entscheidungen zu erzwingen.
Sogenannte „Beratungsresistenz“ entsteht häufig dort, wo wir Verantwortung übernehmen möchten, die eigentlich beim Patienten liegt. Hinter dem vermeintlichen „Nicht-Mitmachen“ stehen oft persönliche Erfahrungen, andere Prioritäten, psychische Belastungen, Erschöpfung oder schlicht der Wunsch, das eigene Leben so beizubehalten, wie es sich für den Betroffenen bewährt hat.
Der Vortrag zeigt praxisnahe Strategien und konkrete Werkzeuge, um diese Signale besser zu verstehen, Perspektiven zu wechseln und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln – für mehr Verständnis statt Widerstand und für Therapieziele, die im Alltag der Betroffenen wirklich tragfähig sind.
Denn erfolgreiche Wundbehandlung beginnt dort, wo wir nicht nur die Wunde sehen, sondern den Menschen dahinter.
Wer trägt welche Verantwortung in der Versorgung von Wunden am Fuß? Der Vortrag beleuchtet kompakt die rechtlichen Grundlagen, Kompetenzbereiche und Delegationsmöglichkeiten zwischen ärztlicher Therapie, podologischer Behandlung und weiteren Gesundheitsberufen. Im Fokus stehen klare Zuständigkeiten, haftungsrelevante Aspekte sowie die Chancen einer strukturierten interprofessionellen Zusammenarbeit – praxisnah erläutert anhand typischer Fallkonstellationen aus dem Versorgungsalltag.
Sindy Burow:
1. Vorsitzende Podo Deutschland ZFD,
Podologin, B.A. Health Care Education, Wundassistentin DDG
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